Heft 8, Dezember 2002

ISSN 1438-9487

Editorial

 

Zuerst die gute Nachricht: Am 16. Dezember 2002 erscheint im Kölner Dohr-Verlag ein neuer Band der Reihe Pepping-Studien. Die gut 300 Seiten starke Publikation vereinigt die Referate des Berliner Pepping-Symposiums vom Mai 2001 und kann von den Mitgliedern unserer Gesellschaft als kostenlose Jahresgabe bei Rainer Cadenbach angefordert werden. Aber auch Ihr weitergehendes Interesse ist uns sehr willkommen: Das Mitteilungsblatt bietet ein gutes Forum, um Meinungen über die neue Publikation auszutauschen und manche Gedanken weiterzuführen, die seinerzeit aus Zeitnot abgebrochen werden mussten.

Der zweite Punkt: Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 15. September 2002 wurde – erstmalig seit Bestehen unserer Gesellschaft – eine Anhebung des Mitgliederbeitrages beschlossen: 45 Euro wird die Mitgliedschaft ab 2003 jährlich kosten. Die diversen Aktivitäten unserer Gesellschaft – Werbung, Konzerte und nicht zuletzt der nächste Band der Pepping-Studien, der sich mit Peppings Messkompositionen befassen wird und 2003 erscheinen soll – haben ihren Preis. Um all das und mehr zu finanzieren, ist ein Beitrag von 3,75 Euro im Monat gewiss nicht zu viel, befanden die Mitglieder einstimmig – vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Rainer Winkel hat unser Mitgliederverzeichnis aktualisiert, der auch Ihre Korrekturen aufnehmen wird – herzlichen Dank dafür! Um möglichst bald viele neue Mitglieder in unserer Gesellschaft begrüßen zu können, planen wir die Versendung eines Werbebriefes, der potentielle Interessent/inn/en auf unsere Gesellschaft aufmerksam machen soll und zur Mitgliedschaft einlädt. Unsere Bitte: Übersenden Sie doch bitte Namen und Adressen von fünf möglichen Interessierten an Herrn Winkel, der sich freundlicherweise bereit erklärt hat, auch diese Aktion für uns zu koordinieren. (Rainer Winkel, Erikaweg 19, 32429 Minden, Fax: 0571 / 52 824).

Die Aufnahmen des Sender Freies Berlin, die uns vor einiger Zeit für private Zwecke dankenswerterweise zur Verfügung gestellt wurden, können von den Mitgliedern der Gesellschaft für 8 Euro erworben werden. Leider stellte sich heraus, dass die beigegebene CD-Liste fehlerhaft war. Anselm Eber hat nun die Inhalte der CDs sehr akribisch zusammengetragen; eine verkürzte Liste seiner Aufstellung lege ich Ihnen bei. Bitte melden Sie Ihr Interesse, die eine oder andere CD zu erwerben, nochmals an: Ihre Wünsche werden von Anselm Eber gern entgegengenommen. Für die Verzögerung bei diesem Projekt bitten wir um freundliche Nachsicht.

Last, but not least: Mit diesem Heft hat die Schriftleitung der Mitteilungsblätter gewechselt. Reinhard Schäfertöns, der die bisherigen Ausgaben betreut hat, ist neuer Schatzmeister unserer Gesellschaft; für sein Engagement und seine Arbeit, uns regelmäßig mit Pepping-Nachrichten zu versorgen, sei ihm auf das Herzlichste gedankt. Weiterhin aber sind es vor allem Ihre Gedanken und Erinnerungen an Pepping, die an dieser Stelle zur Sprache und zum Abdruck kommen sollen. Die junge Generation der Anhänger von Pepping und seiner Musik ist auf Ihre Mitteilungen geradezu angewiesen; Ihr Beitrag für unser Blatt ist deshalb sehr willkommen. Wie formulierte Rainer Cadenbach auf der letzten Mitgliederversammlung so schön? Die Gesellschaft – das sind wir!

Aus der Korrespondenz zwischen Pepping und dem Schott-Verlag (I/III)

 

Zu den interessantesten Kompositionsprojekten, die Ernst Pepping plante, aber nicht verwirklichte, gehört ein Ballett über das Grimmsche Märchen Der Fischer und sine Fru. In der Zeit zwischen Oktober und Dezember 1940 diskutierte Pepping seine Idee mit seinem Verleger Ludwig Strecker vom Schott-Verlag. In dieser und den nächsten beiden Ausgaben der Mitteilungsblätter wird der diesbezügliche Briefwechsel abgedruckt.

Berlin-Spandau, den 25. Oktober 1940

Lieber Herr Dr. Strecker!

Ich habe seit langem den Wunsch, mich an einem Ballett zu versuchen. Und zwar nicht nebenbei mit irgend einem kurzen Stück, sondern mit einer ausgewachsenen Sache von etwa 1 1/2 Stunden Dauer. Würden Sie die Liebenswürdigkeit haben, mir aus Ihrer Theatererfahrung da einige Hinweise zu geben?

Wie beurteilen Sie die Eignung des Stoffes Der Fischer und seine Fru? Darüber gibt es zwar schon Stücke: Eine Oper von Klose, wenig bekannt geworden, und eine von Schoeck (ich hörte vor einigen Jahren die Konzertfassung in Zürich), die kaum über die Schweiz hinausgegangen sein dürfte. Sie kennen ja gewiss das Grimmsche Märchen: musikalisch denkbar geeignet in der sich immer mehr steigernden Variation der gleichen Idee. Die Bühnenwirksamkeit steht gleichfalls – soviel ich davon verstehe – ausser aller Frage, denn von der Fischerhütte bis zum kaiserlichen und schliesslich päpstlichen Palast passiert für die Augen eine Menge. Der Aufbau ist gegeben: bei Grimm die Bilder Pissputt – Hütte – Schloss – König – Kaiser – Papst – Anfangsbild (man wird diese Folge kürzen müssen), unterbrochen durch das sich wiederholende und steigernde Zwischenbild Fischer am Strande. Nicht überschauen kann ich die Möglichkeiten der bühnentechnischen und tänzerischen Verwirklichung der Handlung. Es ist klar, dass das Schlussbild über das Märchen hinaus erweitert werden muss (bei Schoeck wars die Zufriedenheit der Armut). Beim Zwischenbild, das durch seine Wiederholung am ehesten ermüdend wirken könnte, muss gleichfalls etwas getan werden. Ich denke daran, hier dem Orchester einen (unsichtbaren) Chor hinzuzugeben. Dies nur als kurze Anhaltspunkte. Seien Sie, lieber Herr Dr. Strecker, doch so freundlich, sich die Sache durch den Kopf gehen zu lassen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir einige Tips geben könnten.

[...]

Nehmen Sie herzliche Grüsse

Ernst Pepping

Mainz, den 28. Oktober 1940 

Lieber Herr Pepping,

Ihre Ballettpläne werden mit grossem Interesse entgegen genommen. Lassen Sie mir etwas Zeit, mich damit zu beschäftigen. Ich will mich auch mit Ballett-Sachverständigen darüber besprechen, was aber nur unter der Hand möglich ist. Sie hören dann von mir. [...]

Inzwischen die herzlichsten Grüsse

Ihr

[Ludwig Strecker]

Kurz notiert ...

 

Gegenwärtig wird ein Konzertmitschnitt mit ausgewählten Liedern des Paul-Gerhardt-Liederbuches in der Interpretation von Dörthe Maria Sandmann (Sopran) und Cornelia Maaz (Klavier) produziert. Die Aufnahme wird als Jahresgabe an die Mitglieder der Paul-Gerhardt-Gesellschaft vertrieben werden. Durch Vermittlung von Christian Schlicke ist es auch den Mitgliedern unserer Gesellschaft möglich, für 8 Euro eine CD dieser Produktion zu erwerben. Interessierte wenden sich bitte an Herrn Rainer Winkel.

Den Abschluss unserer Jahrestagung 2002 bildete ein Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit Chor- und Orgelmusik von Ernst Pepping. Christian Schlickes Interpretationen der Fuge in D (1942) und O lux beata trinitas aus den Hymnen für Orgel (1954) bildete den Rahmen des Gottesdienstes; vor bzw. nach der Predigt von Pfarrer Bernd-Jürgen Hamann sang die Sopranistin Johanna Krumin zwei Sätze aus dem Paul-Gerhardt-Liederbuch (1948); dazwischen musizierte die Kantorei der Gemeinde unter der Leitung von Helmut Hoeft eine der Sechs kleinen Motetten (1937) und – teilweise alternatim mit dem Gemeindegesang – Sätze aus dem Spandauer Chorbuch (1934-39). Für die schöne Ausgestaltung dieses Gottesdienstes sei allen Beteiligten herzlich gedankt.

Bitte Termin vormerken: Die nächste Jahreshauptversammlung der Gesellschaft wird am 13. September 2003 in Berlin stattfinden.

Der Gemeinderat der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche hat uns einen stattlichen Betrag zur Förderung unserer Belange in Sachen Pepping zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!

 


Impressum: Mitteilungen der Ernst-Pepping-Gesellschaft (ISSN 1438-9487),

im Auftrag der Ernst-Pepping-Gesellschaft e. V. hrsg. von Sven Hiemke, Hermann-Kauffmann-Str. 37,

22397 Hamburg, Tel.: 040/690 64 02, Mail: sven.hiemke@t-online.de.

Erscheinungsweise: zweimal jährlich. Vertrieb: kostenlos für die Mitglieder der Gesellschaft.